Wie kann das Wissen um die Bedeutung des Magdeburger Rechts für die heutige Zeit vermittelt werden?

In den 2000er Jahren ist das Projekt „Ein Kinderspiel auf dem Weg ins 21. Jahrhundert“ mit hunderten Kindern aus Magdeburg und mehreren europäischen Städten erfolgreich durchgeführt worden. Initiiert wurde es vom Verein Offene Türen e. V. mit der Unterstützung vieler engagierter Grundschulen in Magdeburg und aus Schulen der Städterechtsfamilie.

Das Magdeburger Recht ist historisch enorm wichtig. Leider ist es bislang nicht im Lehrplan als fester Bestandteil eines Projektes ausgewiesen. Wir möchten an das vergangene Projekt mit neuen, digitalen Möglichkeiten anknüpfen und das Wissen um das Magdeburger Recht spielerisch und kreativ erst in die Magdeburger Grundschulen und dann auch in die Welt tragen. Der Europa-Gedanke ist aktueller denn je. Darum: „Wir wollen euch ein freundschaftliches Band knüpfen“.

Grundschulklassen soll die Möglichkeit eröffnet werden, am Beispiel des Magdeburger Rechts zu erfahren, wie ein friedliches Miteinander auch über Grenzen hinweg gestaltet und Konflikte gewaltfrei deeskaliert werden konnten. Wir möchten es allen Schülern der 4. Grundschulklassen möglich machen,  in kindgerechter Weise und spielerisch zu er-leben, wie durch das Magdeburger Stadtrecht in 10 europäischen Ländern und über 1000 Städten den Bürgern der Rechtsstatus ihrer persönlichen Freiheit, Ehre, Unantastbarkeit des Leibes und Lebens, ihr Recht auf Eigentum und auf ungestörte wirtschaftliche Tätigkeit garantiert wurden.

Für die Magdeburger Grundschüler bedeutet dies ein sich Hineinversetzen in die Historie der Heimatstadt. Sie erfahren von vergangenen Konflikten und deren Lösungsvorgängen, was Rechtsprechung bedeutet, wie wichtig Deeskalation in Konfliktsituationen ist und welche Institutionen ihnen heute zu ihrem Recht verhelfen.

Die spielerische Umsetzung

Mit der vorliegenden Webseite soll als erster Schritt zu einer breiten Nutzung des Magdeburger Rechts als Lernfeld auf die historischen Hintergründe und die Gegenwartsbezüge aufmerksam gemacht und erste Möglichkeiten zur Mitgestaltung der Lerneinheit eröffnet werden. Mit diesem modernen Kommunikationsmedium werden Kinder, Eltern und Lehrer in die weitere Planung z. B. für die Mitmachspiele einbezogen; „ein freundschaftliches Band zu knüpfen“.

Eine in der Entwicklung befindliche Plattform soll Lehrerinnen und Lehrern ermöglichen, schul -und länderübergreifend mit anderen Interessierten zu kommunizieren und experimentieren, Arbeitsergebnisse einzustellen und zu diskutieren. Schülerinnen und Schülern wird ermöglicht, ihre Mobiltelefone in diesem Zusammenhang als Arbeitsmittel einzusetzen.

In einer für den November geplanten Lehrerfortbildung wird es die Möglichkeit geben, gemeinsam mit Experten Unterrichtsmaterialien zu erstellen für eine Projekteinheit, vielleicht sogar wieder für einen „Gang des Magdeburger Rechts“ jeweils zum Europatag. Neben historischen und aktuellen Themen können je nach Interesse auch Themenfelder wie „Theater und Musik im Mittelalter und heute“  „Tradition und Moderne – Kleidung gestern und heute“, “Basteln und Design“, „Gesunde Ernährung damals und heute“ oder Geo-Caching bearbeitet werden. Gern nehme ich unter eva.wybrands – at – gmail.com Ihre Anregungen entgegen.

Natürlich tragen wir mit diesem Projekt sehr gern zur Bewerbung Magdeburgs um die Kulturhauptstadt 2025 bei – unsere langjährige Erfahrung spricht für sich!